Ohne Facility Management kein Menü

Kunde: Klinikum Hanau
Möglichmacher: WISAG (Schubert Speisenversorgung)

Die Ausgangssituation

Bis Sommer 2014 arbeitete das Klinikum Hanau mit dem klassischen „Cook & Serve“-Verfahren: In der Krankenhausküche wirbelten zahlreiche Mitarbeiter und bereiteten täglich die Mahlzeiten für rund 700 Patienten und 1.200 Mitarbeiter zu. Die Küche war jedoch in die Jahre gekommen, Technik und Bausubstanz veraltet. Um einerseits aktuelle Produktions- und Hygienestandards und andererseits die steigenden Ansprüche der Patienten an die Verpflegung zu erfüllen, hätte es einer Investition von rund vier Millionen Euro bedurft. Keine echte Option, denn wie jedes Krankenhaus kämpft auch das Klinikum Hanau mit einem hohen Kostendruck. Gleichzeitig wäre eine Vielzahl von baulichen und gerätetechnischen Maßnahmen erforderlich gewesen, um die Modernisierung voranzutreiben und das medizinische Angebot kontinuierlich zu erweitern.

Für die Klinikleitung war es deshalb vor allem eine strategische Überlegung: Spielt die Verpflegung eine zentrale Rolle für die erfolgreiche Positionierung auf dem sehr wettbewerbsintensiven Klinikmarkt im Rhein-Main-Gebiet oder sollte sie sich auf die Kernkompetenzen in Medizin und Pflege fokussieren?

Eine detaillierte Analyse ergab, dass ein umfassendes Outsourcing die Ideallösung darstellt: Die veraltete Küche sollte geschlossen und die Mahlzeiten sollten von einem Dienstleister fertig tablettiert ins Haus gebracht werden. Im Rahmen einer europaweiten Ausschreibung fiel die Entscheidung für die Schubert Speisenversorgung, den Cateringspezialisten der WISAG für den Gesundheits- und Sozialmarkt.

Die Aufgabe

Die Schubert Speisenversorgung entwickelte ein exakt auf Anforderungen des Klinikum Hanau zugeschnittenes Konzept und überzeugte bei der Probeverkostung der im „Cook & Chill“-Verfahren zubereiteten Speisen. Gemeinsam wurden alle Prozesse sorgfältig aufeinander abgestimmt und die Umstellung genau geplant. In einem nahegelegenen Gewerbegebiet wurde ein Verteilzentrum eingerichtet. Dort portionieren Mitarbeiter die Mahlzeiten entsprechend den Patientenbestellungen und setzen die Tabletts in die Transportwagen ein. Mit dem neuen Konzept waren für das Klinikum auch Investitionen in die Infrastruktur verbunden, die im Gegensatz zu einer Erneuerung der Küche jedoch überschaubar waren.

Gleichzeitig hat das Klinikum ein webbasiertes Erfassungssystem eingeführt, das sowohl die Flexibilität für die Patienten als auch die Bedarfsgenauigkeit bei der Speisenproduktion erhöht und die Daten automatisch an das Verteilzentrum überträgt.

Die Qualität der Speisenversorgung wird auch von externer Stelle bestätigt: Das Klinikum stellt sich im zweijährlichen Turnus dem Audit für das RAL-Gütezeichen „Kompetenz richtig essen“, das für höchste Standards im Speisen- und Diätenangebot, im Produktionsprozess, in der Ernährungsberatung sowie bei der Kennzeichnung der Speisen steht.

Der Nutzen

Das intelligente Konzept für die Speisenversorgung sorgt für optimale Transparenz und hohe Patientenzufriedenheit:
Da lange Standzeiten vermieden werden, bleiben nicht nur Nährstoffe und Vitamine, sondern auch Aussehen und Geschmack optimal erhalten. Befragungen zeigen, dass die Patientenzufriedenheit nachweislich gestiegen ist. Sowohl in Bezug auf Auswahl als auch Geschmack und Frische der Speisen erhält das Klinikum Hanau im Vergleich zu früher deutlich bessere Bewertungen.

Nicht nur die höhere Produkt - und Hygienesicherheit ist ein ganz wesentlicher Vorteil, sondern auch die verbesserte Wirtschaftlichkeit. Das Klinikum kann heute genau beziffern, was Verpflegungsleistungen kosten und hat zudem eine hohe Budgetsicherheit.

Mit der kompletten Auslagerung der Speisenversorgung hat sich das Klinikum Freiräume für den Ausbau des Ernährungs- und Therapieangebots geschaffen. So wurde eine Ernährungsambulanz eingerichtet, in der stationäre und externe Patienten betreut werden und die Behandlung ernährungsabhängiger Erkrankungen unterstützt wird. Auch hat das Klinikum Hanau als eines der ersten Krankenhäuser in Deutschland ein spezielles Ernährungskonzept für Demenzkranke entwickelt.