Bernd Hanke, Fraport (Frankfurt): „Ohne unsere Infrastruktur könnten hier keine Flugzeuge starten“

Bernd Hanke hält die Fäden am größten deutschen Flughafen zusammen, denn ohne ihn und seine 1000 Mitarbeiter würde dort nichts laufen.

Bei Bernd Hanke laufen die Fäden für den Facility-Management-Betrieb des größten deutschen Flughafens in Frankfurt zusammen. Zu einem reibungslosen Ablauf des Flugverkehrs gehören dabei nicht nur die flughafenspezifischen Anlagen wie die Anflugbefeuerung für Start- und Landebahnen oder die Bordstromversorgung. Hankes Mannschaft betreut alle technischen Anlagen in insgesamt 450 Gebäuden, den Einsatz von rund 20.000 Fahrzeugen und Spezialgeräten – kurz: sie hält die vorhandene Infrastruktur am Laufen. Rund 1000 Mitarbeiter sind dafür auf dem gut 23 Quadratkilometer großen Flughafengelände im Einsatz.

Der Flughafen Frankfurt beinhaltet eine hochkomplexe Gebäudetechnik. Das Management der Anlagen ist da nicht immer einfach, oder?

Natürlich gibt es Tage, an denen sich alles überschlägt. Insgesamt aber ist es eine interessante Herausforderung, weil wir an fast allen Prozessen am Flughafen maßgeblich beteiligt sind. Funktioniert zum Beispiel eine Rolltreppe oder ein Aufzug nicht, kann das Auswirkungen auf den Flugbetrieb haben. Deshalb müssen wir prozessorientiert, strukturiert und vor allem schnell reagieren. Das Wichtigste sind dabei unsere Mitarbeiter, die sich mit ihren Aufgaben identifizieren und eine gewisse Technikverliebtheit mitbringen.

Was ist notwendig, um in Ihrer Aufgabe erfolgreich zu sein?

Strukturiert arbeiten, analytisch denken, prozessorientiert handeln. Technisches Hintergrundwissen ist unabdingbar. Ich komme ursprünglich aus der Elektrotechnik und habe später in der Schweiz mein BWL-Diplom nachgeholt. Irgendwann kommen nämlich auch Zahlen ins Spiel. Das gesamte Team muss kommunikationsfähig und dienstleistungsorientiert sein. Bei  außergewöhnlichen Ereignissen kehrt meine Mannschaft auch schon mal freiwillig aus dem Urlaub zurück, um zu unterstützen. Das ist etwas Besonderes und zeichnet unser Team aus.

Können Sie sich angesichts der Vielschichtigkeit Ihres Aufgabengebiets erklären, warum das Facility Management immer noch um Nachwuchskräfte ringen muss?

Viele Außenstehende haben ein vollkommen falsches Bild von der Branche. Sie verstehen darunter immer noch den Hausmeister. Die wahre Bedeutung des Facility Managements mit seinen kaufmännischen, technischen und infrastrukturellen Facetten haben viele noch nicht verinnerlicht. Wir haben noch ein gutes Stück des Weges vor uns, um das Image deutlich zu verbessern.

Das Facility Management hat sich zu einer wichtigen Stütze der deutschen Wirtschaft und des Arbeitsmarktes entwickelt. Gilt die zunehmende Bedeutung auch in Ihrem Unternehmen?

Da sich die Ressourcen verteuert haben, entdeckt die Wirtschaft allmählich die Relevanz eines professionellen Facility Managements. Fraport nimmt hier eine Vorreiterrolle ein. Wir sind mit rund 1000 Mitarbeitern in der Fraport AG sehr gut aufgestellt. Nur wenn unsere Infrastruktur funktioniert, können Fluggesellschaften hier zuverlässig starten und landen. Die Hälfte der Aufgaben erledigen wir dabei in Eigenleistung, die andere Hälfte wird von externen Spezialisten übernommen.

Welche Rolle wird die technische Gebäudebewirtschaftung in Zukunft spielen?

Unter dem Gesichtspunkt der Langlebigkeit wird sich das Facility Management noch stärker entwickeln und in den Unternehmen etablieren. Der Umgang mit Umweltressourcen wird zunehmend wichtiger, so dass auch das Thema Nachhaltigkeit in den Fokus der Gebäudebewirtschaftung rückt. Unsere Arbeit ist ein effektiver Bestandteil, um, unter anderem, Kohlendioxid einzusparen.