Winfried Bartels, Funke Mediengruppe (Essen): „Wir bauen eine neue Konzernzentrale – mit dem Know-how von Facility Management“

Winfried Bartels betreut die Immobilien der Funke Mediengruppe, eines der größten Medienhäuser Deutschlands. Gerade entsteht dort eine neue Konzernzentrale – mit seinem Know-how.

An über 240 Standorten kümmert sich Winfried Bartels mit seiner Mannschaft um den reibungslosen Betrieb des gesamten Immobilien-Portfolios in einem der größten deutschen Medienunternehmen. Das Unternehmen befindet sich auf Wachstumskurs und setzt dabei nicht nur auf das vermeintliche Zukunftsgeschäft im Internet. Die Ansprüche an die Mitarbeiter im Immobilien- und Facility-Management bei der Funke Mediengruppe sind ausgesprochen hoch.

Das Mediengeschäft wird immer virtueller. An die Stelle großer Druckmaschinen tritt das flüchtige Internet. Wie wirkt sich das in Ihrem Arbeitsalltag aus?

Print ist für die Funke Mediengruppe nach wie vor von essenzieller Bedeutung. Aber unser Kerngeschäft wird sich immer weniger deutlich unterscheiden lassen in Print oder Digital – es ist leserorientierter Journalismus auf vielen verschiedenen Kanälen. Um beim Drucken zu bleiben: Es wird immer wichtiger, in die Effizienz der eigenen Druckbetriebe zu investieren. In Braunschweig haben wir für mehr als 31 Millionen Euro eine der modernsten Zeitungsdruckereien Deutschlands gebaut. Innovativ ist dabei nicht nur die Technik, sondern auch das Bau-Konzept. Früher hat das Gebäude im Mittelpunkt gestanden. Wir sind einen anderen Weg gegangen und haben vom Lebenszyklus der Maschine aus gedacht – und daran orientiert ein passgenaues Gebäude gebaut.

Wird das Facility Management aus Ihrer Sicht schon angemessen und rechtzeitig in die Planung von Neubauprojekten beziehungsweise größeren Umbauten von Gebäuden mit einbezogen?

Bei uns ist das glücklicherweise der Fall. Wenn das Facility Management zu einem sehr frühen Zeitpunkt involviert ist, können die Gebäude viel effizienter gebaut und betrieben werden. Ein Beispiel: Unsere Gruppe plant zurzeit den Neubau ihrer Unternehmenszentrale. Wir werden in das »Funke Media Office« als Mieter einziehen und dabei selbst den Betrieb verantworten. Bewusst haben wir schon frühzeitig beschlossen, Nutzerbedarf, Planung, Bau und Betrieb eng zu verzahnen. Das hat für uns mehrere Vorteile. Es sichert unter anderem die nötige Flexibilität bei gleichzeitiger Planungssicherheit und schützt vor „monetären Überraschungen“ im Lebenszyklus der Immobilie.

Was zeichnet aus Ihrer Sicht ein zeitgemäßes Facility Management aus?

Wir stellen die Mitarbeiter und ihre Anforderungen in den Mittelpunkt. Modernes Immobilien- und Facility-Management schafft Räume, in denen sich Mitarbeiter wohlfühlen und die kreatives Arbeiten und Austausch begünstigen. Die neue Generation von Mitarbeitern hat ganz andere Bedürfnisse als frühere. Leben und Arbeit müssen zusammenpassen, Mitarbeiter wollen sich wohlfühlen im Unternehmen. Generell gilt: Fläche kostet Geld. Je besser wir die Ressourcen nutzen, umso günstiger sind die Gesamtkosten. Aber der vorhandene Raum muss von hoher Qualität für die Mitarbeiter sein.

Ist es sehr schwer, den gewachsenen Ansprüchen im Facility Management gerecht zu werden?

Es geht nicht länger darum, sich allein mit dem Gebäude zu beschäftigen – entscheidend ist, zu verstehen, was in dem Gebäude passiert. Diese Anforderungen nehmen im digitalen Wandel zu. Wir müssen die Bedürfnisse genau kennen und dann entsprechende Lösungen bereitstellen, die das Kerngeschäft des Unternehmens optimal unterstützen

Welche Rolle wird die technische Gebäudebewirtschaftung in Zukunft spielen?

Die Technik kann man nicht isoliert betrachten. Eines der größten Potenziale bietet die Fläche. Jeder nicht benötigte Quadratmeter spart Geld – viel mehr, als man zum Beispiel durch eine energetische Optimierung erreichen kann. Entscheidend ist, den gesamten Lebenszyklus eines Gebäudes im Visier zu haben. Wenn Facility Manager ganzheitliche Dienstleister für das eigene Unternehmen sind, werden enorme Summen für anderweitige Investitionen frei.