Andreas Schilski, Hugo Boss (Metzingen): „Unsere Mitarbeiter sollen spüren, dass es etwas Besonderes ist hier zu arbeiten“

Andreas Schilski will sowohl Kunden als auch Mitarbeitern etwas Besonderes bieten – und trotzdem effizient sein. Die Marke Hugo Boss zeigt, wie sich beides vereinbaren lässt.

Andreas Schilski kann in seinem Aufgabenbereich bei Hugo Boss auf einen reichen Erfahrungsschatz zurückgreifen. Seit elf Jahren ist er für den internationalen Modekonzern tätig. Doch schon seit 19 Jahren hat er beruflich mit dem Immobilien- und Baumanagement zu tun. Heute verantwortet er weitere Funktionen und eine Mannschaft von 80 Mitarbeitern.

Ihr Unternehmen gehört zu den bekanntesten Namen in der deutschen Textilbranche. Wie kann ein professionelles Facility Management zu dieser Erfolgsgeschichte beitragen?

Facility Management ist als Teil des großen Ganzen zu sehen. Wir müssen eine ständige Veränderungsbereitschaft mitbringen und Lösungen für die Wertschöpfungskette unserer „internen“ Kunden finden. Das erste Themenfeld ist die Bereitstellung der Immobilie, um die Geschäftsprozesse des Unternehmens zu ermöglichen. Hugo Boss hat nicht nur hochwertige und luxuriöse  Produkte, sondern bietet auch dementsprechend einmalige Arbeitsbedingungen. Wir wollen die Marke an den Arbeitsplatz führen. Das zweite Feld ist die interne Organisation. Dieser Bereich konzentriert sich auf das Management von Prozessen zur Steuerung der Dienstleister, des Immobilienportfolios und der Energieverbräuche. Wir generieren Werte, indem wir hohe Qualität und eine dauerhafte Verfügbarkeit der Facility Services sicherstellen. Letztlich geht es nicht nur um den Erfolg des Facility Managements, sondern um den Erfolg von Hugo Boss.

Wie hat sich das Aufgabengebiet des technischen Gebäudemanagements in den vergangenen zehn Jahren verändert?

Damals war es so, dass Serviceaufträge von erfahrenen Haustechnikern abgearbeitet wurden. Heute arbeiten wir anders: Gut ausgebildete Facility Manager, Objektmanager und Architekten steuern sämtliche Vorgänge. Wir arbeiten mit Strategien an der Werterhaltung und identifizieren durch Monitoring entsprechende Hebel zur Effizienzsteigerung, wobei Anlagenpriorisierung, strukturierte Instandhaltungspläne und Service Levels die Arbeitsgrundlage darstellen. Mit dem Spezialistenwissen steuern wir unsere Partner effizient und zielorientiert. Dies verschafft uns die Möglichkeit um zukunftsorientierte Konzepte voranzutreiben. Allgemein sind Ingenieurberufe und qualifizierte Mitarbeiter bei Hugo Boss sehr wichtig für den Erfolg und die kontinuierliche Weiterentwicklung des Unternehmens.

Welche Besonderheiten bringt das Facility Management für ein großes Modeunternehmen mit sich?

Die Mitarbeiter sowie die vielzähligen internationalen Gäste und Geschäftspartner sollen spüren, dass es etwas Besonderes ist, für und mit Hugo Boss zu arbeiten. Dies erreichen wir im Bereich Facility Management durch den hohen Designanspruch an die Gebäudearchitektur und eine ansprechende Innenausstattung, sowie über das hohe Servicelevel. Auch das Nachhaltigkeitskonzept ist eine Besonderheit. Neue Gebäude wurden mit dem DGNB-Siegel zertifiziert, und es wurde ein DIN ISO 50001 Energiemanagementsystem eingeführt. Bei der Expansion unserer eigenen Stores stehen wir in einem Spannungsfeld. Der hohe Anspruch an das Store-Design und an die Realisierungsgeschwindigkeit muss im Einklang mit nachhaltigen Gebäudebetriebskonzepten unter Berücksichtigung des gesamten Gebäudelebenszyklus erfolgen. Wir wollen ein einmaliges Einkaufserlebnis und gleichzeitig eine effiziente Bewirtschaftung ermöglichen.

Welche Rolle spielt das Facility Management für den Werterhalt und die mögliche Wertsteigerung von Gebäuden?

Das Facility Management ist in allen Phasen des Lebenszyklus eines Gebäudes involviert und hat einen hohen Einfluss auf die Entwicklung eines Gebäudes. Jede Phase im Lebenszyklus des Gebäudes bietet Gelegenheiten für den Werterhalt, und jede bauliche Veränderung und Chancen für Wertsteigerungen durch innovative Bautechnikkonzepte.

Welche Rolle wird die technische Gebäudebewirtschaftung in Zukunft spielen?

Das Facility Management wird mit dem Fokus auf eine nachhaltige Bauweise und eine nachhaltige Gebäudebewirtschaftung immer wichtiger. Steigende Energiepreise führen dazu, dass alle Potentiale im Lebenszyklus von Gebäuden für einen effizienten Betrieb genutzt werden müssen.