Digitalisierung erzielt mehr Effizienz im Facility Management

Digitalisierung im Facility Management

Digitalisierung und intelligente Vernetzung sind nicht nur die Treiber der Industrie 4.0. Auch im Immobiliensektor bieten sie enorme Chancen. Dabei geht es um mehr als Computerunterstützung (CAFM – Computer aided Facility Management) oder den Einsatz mobiler Endgeräte. Ganzheitliche Strategien und eine umfassende Beratungskompetenz sind gefragt, um die Potenziale digitaler Tools und Prozesse zu nutzen.

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Digitalisierung im Facility Management ermöglicht mehr Nachhaltigkeit

Von der Planung über den Bau bis zur Bewirtschaftung von Immobilien ist die Digitalisierung auf dem Vormarsch. Dabei trifft sie auf einen weiteren Trend: Nachhaltigkeit durch Energieeffizienz. Denn digitale Technologien versprechen große Fortschritte beim effizienten Einsatz von Ressourcen, zum Beispiel durch Vernetzung der Haustechnik von der Energieversorgung bis zur Lichtsteuerung.

Mehrdimensionales datenbasiertes Gebäudemodell

Zu den digitalen Innovationen im Immobilienbereich gehört das Building Information Modeling (BIM). Die mehrdimensionale datenbasierte Darstellung eines Bauwerks und seiner vielfältigen Funktionen dient als Grundlage für dessen Planung und Bau. Architekten, Investoren und künftige Betreiber arbeiten von Beginn an zusammen und können mit alternativen Lösungen experimentieren. Auch ökonomische und ökologische Nachhaltigkeitsaspekte kommen dabei auf den Prüfstand. Das digitale Modell bildet zudem die gemeinsame Datenbasis für alle Beteiligten über den gesamten Lebenszyklus eines Bauwerks.

Alles im Blick dank vernetzter Daten in Immobilien

Als wichtige Voraussetzung für eine nachhaltige Bewirtschaftung von Immobilien erweist sich schon heute die digitale Datenerfassung. Diese Daten liefern die Basis für weitere Schritte: Überwachung und Auswertung von Datenmengen aus Gebäuden und Produktion, Erstellung von Algorithmen zur Betriebs- und Energieoptimierung, Fernwartung und -regelung oder vorausschauende Instandhaltung. Durch die Vernetzung, Visualisierung und Auswertung mehrerer Datenquellen lassen sich eventuelle Störungen frühzeitig erkennen. Teure Ausfälle von technischen Anlagen können so verlässlich vorhergesagt und vermieden werden.

Biometrie und Sensorik

Die Einbindung innovativer Technologien erschließt weitere Potenziale: Biometrische Systeme erleichtern Zutrittskontrollen und Flächenbelegungskonzepte. Und miniaturisierte Sensorik hilft, die Performance von Gebäuden besser zu verstehen und detailliertere Real-Time-Gebäudenutzungsanalysen zu erstellen.

Vorteile der Digitalisierung nutzen mit den Möglichmachern

Digitalisierung und intelligente Vernetzung der Daten leisten einen zunehmend wichtigen Beitrag zur Wertschöpfung im Immobiliensektor und ermöglichen Effizienzgewinne. Mit ganzheitlichen Konzepten und umfassender Beratung unterstützen die Unternehmen der Initiative „FM – die Möglichmacher“ Kunden gern dabei, die Vorteile der Digitalisierung für sich zu nutzen.

ZWISCHEN ALLTAG UND ZUKUNFTSVISION – DIE EINSCHÄTZUNG DER EXPERTEN

Schon heute nutzen Facility Management Unternehmen digitale Lösungen um Arbeitsabläufe zu optimieren und Gebäude noch effizienter zu bewirtschaften. Wir haben fünf Geschäftsführer von Möglichmacher Unternehmen zur Integration der Digitalisierung im Arbeitsalltag und zu möglichen Zukunftspotenzialen befragt. Die Prognosen zeigen – die Branche ist bereit für die Zukunft.

 „Die Digitalisierung der Wirtschaft ist das derzeit beherrschende Thema. Dies macht auch vor der Immobilienwirtschaft bzw. der FM-Branche nicht halt. Denn gerade hier ergeben sich vielfältigste Potenziale für die noch effektivere Zusammenarbeit zwischen Auftraggeber und -nehmer. Beginnend bei den besseren Abbildbarkeit von Gebäuden – Stichwort BIM – über die Möglichkeiten des ad-hoc-Reportings bis hin zur effizienten Steuerung und Disposition unserer Service-Mitarbeiter. Wir sind sicher, dank vielfältigster digitaler Werkzeuge lassen sich die Stärken des FM noch weit besser umsetzen.

Christian Kloevekorn, Stellvertretender Vorstandsvorsitzender Unternehmensgruppe Gegenbauer

„Längst ist die Digitalisierung im FM angekommen. Schon heute setzen wir bei Caverion auf Computer-Aided Facility Management, so genannte CAFM-Systeme. Sie erlauben uns, die Serviceleistungen beim Kunden papierlos über Smartphones und Tablets zu dokumentieren und zu verwalten. Der Kunde ist zu jedem Zeitpunkt über jede erbrachte Serviceleistung informiert. 

Einen Schritt weiter gehen wir mit der systematischen Datenanalyse der technischen Anlagen. Sensoren zur Messung, Steuerung und Regelung der Anlagen (MSR) liefern Informationen etwa über Leistung und Energieverbrauch an ein Operational Center. Dort können unsere Experten aus der Ferne mögliche technische Defekte ermitteln und beheben sowie ggf. Serviceteams vor Ort losschicken, um Schäden oder gar Ausfälle zu vermeiden. Für den Kunden bedeutet dies einen bedarfsgerechten und kostensparenden Einsatz von Serviceressourcen. 

Und in Zukunft? Nun, in Zukunft wird Building Information Modeling, kurz BIM, eine vollständige Datenbasis für ein CAFM gestütztes Facility Management liefern. Dabei werden sämtliche Material- und Produktinformationen in einem Gebäude sowie die Betriebsinformationen berücksichtigt. Ein digitaler Gebäudepass dokumentiert sämtliche von Beginn der Betriebsphase an geleisteten Investitionen sowie eingesetzte Objekte und Arbeitsvorgänge. Die Voraussetzungen dafür sind geschaffen.“

Werner Kühn, CEO Caverion Deutschland

„Die FM-Branche steht durch Service-Robotik, Automatisierung und Digitalisierung vor massiven Veränderungen ihrer Märkte. Durch Kooperationen mit Technologieführern und der sukzessiven Einführung von Innovationen wie Machine Learning im Property Management und Wearables im Technischen Facility Management richtet STRABAG PFS schon heute ihr Geschäftsmodell an die Kundenanforderungen im Jahr 2030 aus. Ein besonders wichtiger Punkt ist dabei, Daten über Immobilien und Anlagen sowie über deren jeweilige Nutzung zielgerichtet als Produkt für unsere Kunden verfügbar machen. Das ist aus unserer Sicht das ‚Gold der Zukunft‘.“

Martin Schenk, Vorsitzender der Geschäftsführung der STRABAG Property and Facility Services GmbH


„Wir bei SPIE sehen den Trend zur Digitalisierung von Geschäftsprozessen mittels neuer Technologien und Tools als strategische Herausforderung und Chance zugleich. Die Auswirkungen der digitalen Transformation betreffen alle Bereiche – Technik, Prozesse, Organisationen und Menschen. Neue Geschäftsmodelle und neue Berufsbilder bilden sich heraus. Vor allem aber ändern sich mit den Möglichkeiten der Digitalisierung schon jetzt unsere Kundenbeziehungen hin zu einem partnerschaftlichen Miteinander. Bereits heute können wir über Remote Control direkt Anlagenverfügbarkeiten monitoren und Störungsausfälle minimieren. Künftig gehen wir noch einen Schritt weiter – in die Breite und Tiefe der technischen Dienstleistung. Im Mittelpunkt steht die Vernetzung von Systemen mit Gebäude- und Anlagendaten, die unter dem Stichwort ‚Big Data‘ Transparenz über die Total Cost of Ownership schaffen. Der Optimierungshebel hierbei: Umstellung von Preventive Maintenance hin zu Predictive Maintenance. Damit wandeln sich auch die Verträge weg von einer reinen Verrichtungsorientierung hin zu transparenten Kosten pro m² betreuter Fläche. Von den hieraus resultierenden Effizienzgewinnen partizipieren natürlich unsere Kunden – Optimierung der Betriebskosten, bedarfsorientierte Anlagenverfügbarkeiten und Ressourcenschonung.“

Markus Holzke, Geschäftsführer der SPIE Deutschland GmbH

„Die Digitalisierung ist einer der Megatrends unseres Zeitalters – und eröffnet ganz neue Chancen für die Bewirtschaftung von Immobilien. Ob es um mehr Komfort durch Automatisierung geht oder die Erschließung von riesigen Einsparpotenzialen durch digitalisierte Prozesse: Wir setzen auf den Innovationsschub, der von der Digitalisierung ausgeht. In unserer Digital Factory arbeiten wir dazu mit Dutzenden Start-ups zusammen. 

Unser Fokus liegt im Bereich der Digitalisierung besonders auf zwei Trends, die unseren Kunden und uns einzigartige Chancen eröffnen: Sensorik-Elemente, die die Steuerung technischer und infrastruktureller FM-Leistungen revolutionieren, und deren Einbindung in das „Internet of Things“ (IoT). Denn dadurch werden diese Sensoren noch mächtiger: Sie revolutionieren die komplette Leittechnik. Das erlaubt uns, Prozesse komplett neu zu denken und Bewirtschaftungsstrategien noch enger auf die individuellen Wünsche unserer Kunden auszurichten.“

Manfred Schmitz, CEO der ENGIE Deutschland