LÖSUNGEN, DIE ÜBERZEUGEN

Modernste Technologie für mehr Nachhaltigkeit

Im Gespräch mit Hans Hermann Kofoet, Leiter Asset Management der HanseMerkur Grundvermögen AG

Man muss nur einen Katzensprung tun, heraus aus dem Großstadtgetümmel der Hamburger Innenstadt, um gefühlt mitten ins Grüne zu gelangen. Hier, auf dem von Wiesen umgebenen Campus an der Außenalster, stehen prächtige Bäume, und einige Raben krähen munter vor sich hin. Es wundert nicht, dass die Straße, an der Hans Hermann Kofoet vor einem Gebäude der HanseMerkur Versicherungsgruppe in der Frühlingssonne steht und nachhaltiges Management erläutert, den Namen „Neue Rabenstraße“ erhalten hat.

 „Erfolgreiches Wirtschaften ist heute gleichbedeutend mit nachhaltigem Wirtschaften“, sagt Kofoet, bevor er durch den rundum innovativen Design-Bau führt. Kofoet spricht aus langjähriger Erfahrung: Dem leitenden Asset Manager des auf Immobilien spezialisierten Tochterunternehmens der Versicherungsgruppe gelingt es hier, gleichzeitig die Umwelt zu schonen, den Nutzern ein hochkomfortables Arbeitsumfeld zu schaffen und Betriebskosten zu sparen. Dafür wurde das vom Stararchitektenbüro Bothe Richter Teherani realisierte Bürogebäude bereits zertifiziert.


"Erfolgreiches Wirtschaften ist heute gleichbedeutend mit nachhaltigem Wirtschaften.“

Hans Hermann Kofoet,
Leiter Asset Management

Hans Hermann Kofoet



Doch woran erkennt man echte Nachhaltigkeit? „Das Prinzip zieht sich durch das ganze Haus“, erklärt Kofoet. So wurden etwa für die Fassade nur Naturmaterialien wie Travertin verwendet, sämtliches Holz aus ökologischer Forstwirtschaft bezogen und lediglich Oberflächenmaterialien ohne giftige Inhaltsstoffe gewählt. Das Ziel: ein ultramodernes Office-Gebäude, das sich harmonisch in die grüne Umgebung fügt und für eine neue Generation des Bauens steht.

Seit 2014 investierte die HanseMerkur Grundvermögen AG bereits rund 1,2 Milliarden Euro in Immobilien für das Unternehmensportfolio und weitere institutionelle Investoren. Kofoets Job erfordert maximalen Einsatz: Um den hohen Nachhaltigkeitsstandard des Gebäudes an der Neuen Rabenstraße zu sichern und sich trotzdem zu hundert Prozent auf sein Kerngeschäft konzentrieren zu können, ist er täglich auf die Zusammenarbeit mit einem externen Facility Management-Dienstleister angewiesen.

"Facility Management ist moderne Immobilienverwaltung", hebt Kofoet hervor. Dank Dennis Schmidt, der für das Facility Management des Gebäudes zuständig ist, weiß Kofoet das Haus nämlich jederzeit optimal betreut. Zum Beispiel, wenn es um die hochmoderne Technik geht: Schmidt kontrolliert über die Gebäudeleittechnik sowohl die Feinjustierung der vollautomatischen Lüftungsanlagen als auch die Heizung, daneben die Zutrittskontrolle, die Videotechnik und die Brandmeldezentrale. Auch die Sprinkleranlage in der Tiefgarage gehört in seinen Aufgabenbereich. Über sie können im Schadensfall 80.000 Liter Wasser versprüht werden, mit Hilfe von Pumpen im Ernstfall auch in den obersten Etagen.

Die Aufgaben des Facility Managers sind vielfältig, doch ein Grundsatz betrifft alle seine Arbeitsbereiche: „Er hat das Einsparpotential von Ressourcen immer im Blick“, so Kofoet. Beleuchtung, die über Bewegungsmelder geregelt wird, und Toilettenspülungen, durch die statt Trinkwasser nur Regenwasser läuft, hat das Gebäude bereits. Doch Dennis Schmidts wachsames Auge macht es möglich, in der täglichen Praxis weiteren Optimierungsbedarf ausfindig zu machen, beispielsweise den noch effizienteren Einsatz von Wasser und Strom. Das schlägt sich wiederum in handfesten Zahlen in den Betriebskosten nieder

Kofoet schätzt die Synergien, die sich durch die Zusammenarbeit mit seinem externen Facility Management-Partner ergeben, der unsichtbar im Hintergrund wirkt und zur richtigen Zeit am richtigen Ort ist. Ob es um klassische Defekte geht, wie ein Fenster, das sich nicht schließen lässt, oder auch um die Feinjustierung der komplexen Gebäudetechnik: „Ich freue mich, wenn ich nichts vom Facility Management höre, denn dann läuft es — und das ist meistens der Fall“, sagt Kofoet und lacht. „Nachhaltigkeit“, ergänzt er, „betrifft natürlich auch die Menschen, die im Gebäude arbeiten.“ Für die Nutzer wurden darum zahlreiche Terrassen und Balkone angelegt, in verschiedenen Größen und ausgerichtet in mehrere Himmelsrichtungen. Außerdem wurden Duschen ins Haus integriert, so dass die Mittagspause auch für eine Joggingrunde an der Alster oder der gebäudeeigene Fitnessraum mit Schwingboden genutzt werden kann. Und für die schonende Klimatisierung der Büros wurde eine Betonkernkühlung in die Decken installiert, die das klassische Gebläse der Klimaanlage ersetzt.

Auf dem Dach befindet sich ein Herzstück der nachhaltigen Immobilie: Hier oben bietet sich nicht nur ein gigantischer Blick über den Alstercampus und die nahe Außenalster, sondern auch auf Dutzende hier angebrachte Solarzellen. Sie sorgen durch Photovoltaik für die umweltfreundliche Stromversorgung mit Sonnenenergie. „Für Gewerbetreibende sind solche Anlagen noch die absolute Ausnahme“, erklärt Kofoet. Im Fall des Innovationsbaus an der Neuen Rabenstraße wurden sie von Anfang an mitgeplant.

 „Wer wirklich nachhaltig sein will“, fasst Hans Hermann Kofoet zusammen und blickt auf das grüne Gelände, „der folgt nicht einfach einem Trend.“ Schließlich sind Trends kurzlebig und damit ungefähr das Gegenteil von nachhaltig. „Wir möchten, dass sich echte Nachhaltigkeit nicht nur bei der Planung und im Bau durchsetzt, sondern auch im Immobilienbetrieb“, betont er, „und zwar durch ein verantwortungsvolles Facility Management.“ Im Hintergrund krähen die Raben, als stimmten sie zu.